Bastian

Mischling, * 03/2011, Rüde, ca. 40 cm


  

  

  

  
     
Bastian und seine Schwester Shari waren unerwünschter Nachwuchs und sollten entsorgt werden. Sie konnten jedoch erst glücklicherweise in einer großen Tierauffangstation unterschlüpfen und erhielten dann umgehend ein Flugticket nach Deutschland. Hier erholten sich die zwei von den Strapazen ihres bisherigen, kurzen Babylebens und widmeten sich voller Elan ihrem eigentlichen Dasein: Spielen, fressen, schlafen.
Wir haben uns sehr gefreut, als die beiden gemeinsam in eine Familie adoptiert wurden - zwar nachts geteilt und in verschiedenen Wohnungen in der jeweiligen Familie lebend, aber tagsüber oft zusammen und gemeinsam teilten sich alle auch noch einen Schrebergarten.
Es machte sehr viel Freude, die beiden bei ihrer Entwicklung zu beobachten - Shari der mutige Entdecker, Basti der verschmuste "auf-dem-Schoß-Sitzer".  Beide waren welpentypisch völlig unbelastet, fröhlich und freundlich. Sie vertrugen sich mit anderen Hunden gut (Welpen und erwachsene Hunde beiderlei Geschlechts) und genossen ihrLeben, die Sonne, den grünen Rasen, ihre vielen leckeren Mahlzeiten und die schönen weichen Kuschelplätze miteinander, aufeinander und auch übereinander.
Irgendwann kam ein Bruch - Shari wurde nicht mehr gewollt und hat seit Anfang des Jahres 2012 eine bessere Familie gefunden, in der es ihr richtig gut geht, sie auflebt und sich wie ein normaler junger Hund verhält.
Basti wird nun (Mai 2012) auch nicht mehr gewollt. Er ist jetzt knapp ein Jahr jung und zeigt pubertäres Verhalten gepaart mit Langeweile und körperlichen Defiziten - das wundert uns gar nicht, denn kein junger Hund von mittlerer Größe kann dauerhaft glücklich sein, wenn er dreimal täglich 30 Minuten an der leine um den Block geführt wird - da hilft auch ein kleiner Garten nicht.
Wer hilft diesem armen Hundejungen aus seiner fatalen Lage heraus und zeigt ihm, dass es im Hundeleben um mehr geht, um Abenteuer, um flitzen mit Artgenossen auf der Wiese, im Wald, über Stock und Stein? Wer geht mit ihm in die Hundeschule und bringt ihm endlich etwas bei? Basti braucht sowohl physische wie psychische Auslastung - Kopfarbeit kennt er bisher gar nicht, und auch sonst war sein erstes Lebensjahr eher reizarm. Das soll sich umgehend ändern - er gleicht noch immer dem Welpen, der er einmal war, nur sind seine Lebensumstände bisher nicht adäquat gewesen, und daher ist er auch in seiner Ausbildung deutlich retardiert.