Mesmusu 

Pudel (Mix), ca. 6 Jahre, Rüde, ca. 30 cm

   

Dieses arme Wolleknäuel auf vier Pfötchen lief offenbar schon eine ganze Weile auf den Straßen eines kleinen Örtchens auf Malta herum. Niemand kam an das Pudelchen heran, es floh bzw. zeigte allen sofort die Zähne. Dennoch gelang es einer Mitarbeiterin eines Tierasyls ihn einzufangen und mitzunehmen. Nach einiger Zeit der Ruhe und des Rätselratens um Alter, Geschlecht und dergl. noch unbekannte Informationen wurde Mesmusu kastriert. Während er noch in der Narkose lag, wurde die Gelegenheit genutzt und er geschoren - sehen Sie den Unterschied hier fotografisch dokumentiert. Was muss der kleine Fratz gelitten haben.

Es stellte sich heraus, dass es sich um einen männlichen Pudel in den besten Jahren handelt. Es musste quasi alle Wolle runtergeholt werden, und nun wurde offensichtlich, wie dünn der arme Kerl darunter war und was ihn so quälte:                                                                          Durch das verfilzte Fell hatten sich viele kleine Ästchen und Tannennadeln etc. darin verfangen und teilweise direkt in seine Haut gebohrt. Was muss dieser Winzling an Schmerzen erlitten haben bei jeder Bewegung, es trieb selbst der <Schermaschine> die Tränen in die Augen. Der kleine Hund hatte scheinbar in seinem Leben noch nie eine Schur gehabt, alles war verklebt, verklettet und verfilzt, dazu die pieksenden "Einlagen".

Und nach dem Scheren und wieder Aufwachen - oh Wunder -  ließ sich der kleine Kerl anfassen und kraulen, er hatte zum ersten Mal seit vielen jahren keine Schmerzen mehr. Er hat sich zwar noch nicht gleich auf den Arm nehmen lassen, dazu war sein Schmerzgedächtnis noch zu frisch, und wir wissen ja auch nicht, was er alles so alleine auf der Straße erlebt hat. Aber jetzt ist er sowohl körperlich wie auch seelisch auf einem guten Weg, auch wenn der noch weit ist und man hier sicher noch geduldig sein muss - also sollten besser keine kleinen Kinder im zukünftigen Haushalt leben. Wer warten kann und Mesmusu nicht bedrängt, der bekommt hier einen dankbaren Mitbewohner, der noch ein bißchen aufgepäppelt werden muss. Er wiegt derzeit 4 KIlo (Stand 04/10), und das ist wirklich viel zu wenig. In einem neuen Zuhause ginge das alles natürlich deutlich besser und schneller als in einem Tierasyl.