Pia

Kleiner Mischling, weiblich, * ca. 2010, ca. 35-38 cm

privat Tierheim

Pia hatte im September 2019 ein bißchen Glück und kam auf einen Pflegeplatz im Großraum Berlin. Dort verhält sie sich vorbildlich - sie verträgt sich mit den vorhandenen Hunden, ist freundlich zu allen Menschen und sehr froh, dass sie endlich an einem Ort angekommen ist, wo ihr von nirgendwo Gefahr droht. Pia dankt es uns, indem sie sich still im Haus verhält und weitgehend zuverlässig und brav draußen ihre Geschäfte erledigt. Wie man zweifelsfrei sehen kann, ist sie gut in das bestehende kleine Rudel integriert und fühlt sich wohl.
Die neue Umgebung mit all den ungewohnten Eindrücken verunsichert sie noch spürbar - sie zieht sich öfter in ihr Körbchen (eine Art "Höhle") zurück, sobald sie etwas nicht versteht oder wenn sie müde ist. Dort fühlt sie sich sicher, und dort wird sie auch von uns allen (von Menschen und Hunden) komplett in Ruhe gelassen, und weil sie diese Höhle so positiv besetzt hat, wird sie dort auch gefüttert. Pia kennt wenig und muss in allen Bereichen eines Hundelebens noch viel lernen. Aber sie ist ausgesprochen gutwillig, immer freundlich und macht brav alles mit, was wir uns so für sie ausdenken.
Derzeit frisst sie am liebsten gekochtes Hühnchen, und das mit großem Appetit, jedoch am liebsten unbeobachtet. Inzwischen frisst sie auch hochwertiges Dosenfutter gerne, und wenn es an die Fressenszeit geht, dann kommt sie genau wie alle anderen Hunde hier im Rudel in die Küche, hopst vor Freude herum und flitzt dann auf den ihr zugewiesenen Fressplatz. Dort kann sie in Ruhe futtern.
Erste Hunderunden auf den Rieselfeldern zusammen mit anderen Hunden und Menschen haben wir auch schon erfolgreich hinter uns gebracht - anfangs wirkte Pia noch ein bißchen so wie "auf der Flucht", aber nach und nach entspannt sie sich und beginnt die neuen Eindrücke zu genießen.
Insgesamt ist Pia die perfekte Mitbewohnerin für einen lieben älteren Menschen, bei dem es eher ruhig zu geht. Pia läuft draußen gerne und gut, ist dabei auch flott unterwegs, verschläft dann aber auch einen großen Teil des Tages, lässt sich streicheln oder kämmen und bürsten. Irgendwie vermittelt sie uns den Eindruck, als könne sie ihr Glück, dem Tierheim entkommen zu sein, noch gar nicht so richtig fassen. Pias Freude äußert sich momentan in einem eher schüchternen Schwanzwedeln - aber immerhin ... man merkt ihr deutlich an, dass sie sich freut, wenn einer von uns kommt und sich mit ihr beschäftigt, vor allem frühmorgens, da kommt sie uns immer fröhlich entgegen gehopst und wedelt wie wild zur Begrüßung mit ihrer Rute.
Jeder kann Pia anfassen, ihr das Geschirr an- oder ausziehen, sie auf den Arm nehmen, etc.pp., Pia lässt sich alles brav gefallen. Gestern gab es ein (erforderliches) Vollbad, jetzt ist der ganze Tierheim-Mief weg, Pias fell glänzt und fasst sich so richtig gut an.
Wir berichten weiter. Und noch mehr neue Fotos gibt es auch bald, gerne auch vorab per Anfrage, ggf. schicken wir auch ein Kurzvideo.       

Story: Pia ist ein Neuzugang in unserem Partnertierheim gewesen. Über ihre Vorgeschichte ist uns leider nichts bekannt - sie wurde auf der Straße aufgelesen und dann eingeliefert. Hier muss sie sich mit vielen anderen Hunden alles teilen, was ein Hund so als Minimum zum Leben benötigt, und oft ist selbst von dem wenigen nicht genug für alle da.
Hier spricht niemand von einem <schönen Hundeleben>, hier werden alle Tiere lediglich mehr oder weniger verwahrt, nachdem sie entweder dort direkt abgegeben, oder aber -meistens- von der Straße weg gesammelt wurden.
Dabei sind alle unsere hier vorgestellten Hunde absolut wunderbare Unikate - nur die Straße bringt solche tollen Mischungen hervor, für die wir hier voller Energie neue Familien suchen, in deren Obhut sie dann ein schönes Hundeleben mit Bleiberecht für immer finden können.
Wie fast alle dieser bedauernswerten Geschöpfe, so muss auch Pia noch viel lernen, um in einer neuen Familie bestehen zu können. Aber sie ist guter Dinge, eine Chance, die sie bekommen könnte, auch zu nutzen.
Wer nun allerdings denkt, er bekommt mit einem von diesen zauberhaften Wesen einen haustrainierten Hund, der weiß, was von ihm erwartet wird, der liegt leider falsch. Manchmal ist das so, manchmal aber auch nicht. Doch gerade die erste Zeit des Zusammenlebens mit einem neuen Vierbeiner ist so wundervoll aufregend wie bei einer neuen Liebe - man verliebt sich, trifft sich zum ersten Mal, lernt sich kennen, es wächst Vertrauen auf beiden Seiten und - mal schneller, mal langsamer - wächst zusamen, was zusammen gehört, so auch mit diesem neuen Hund. Man muss nur über die Bereitschaft verfügen, sich auf eine Art <blind date> einzulassen.